Im Saal 1 wurden die großen sinfonischen Aufnahmen, Oratorien und Opern aufgenommen und gesendet. Obwohl der Saal über 200 Sitzplätze verfügt, waren Konzerte nie einem öffentlichen Publikum zugänglich. Den trapezförmigen Saal umgibt eine Reihe von Halbsäulen. Sie sind Dekorationsstücke, mit sichtbarem Abstand vor die Wände gestellt, und dienen zugleich als akustische Elemente.Zwischen ihnen wurden Holzgitterabdeckungen angepaßt.

Die deutlich abgesetzte Decke besteht aus tonnenartigen mit Glaswolle gefüllten Sperrholzkörpern, die für die Tiefenfrequenzen als Absorber und für die mittleren und hohen Töne als Diffusion wirken. Die Wände gliedern sich in Stuckelemente, die nach dem gleichen Prinzip wirksam sind, wie die Tonnen der Decke. In der Türhöhe ist der Saal mit einem Holzpaneel architektonisch zusammengefaßt, welches gleichzeitig der Regulierung der Tiefenfrequenzen dient. Bei der akustischen Auslegung des Saals ist das Absorptionsverhalten der Orgel,die allerdings nie funktioniert hat, ebenfalls miteinbezogen worden. Aus diesem Grund ist auch das Orchester nicht auf einem Podium plaziert, sondern sitzt mit einer stufenweisen Vertiefung, in einer Art "Wanne" frei im Raum. Die leicht nach vorne geneigten Kästen der Toningeneur- Kabinen mit ihren großen Fenstern unterbrechen über dem Sockel den Säulenzaun.

Die Wandverkleidung wurde mit einem Stuckgesims aus vergoldeten Ornamenten abgerundet, welches dem Saal eine Art feierlichen Glanz verleiht.